12.07. Tom Ludwig

Christen müssten erlöster aussehen.

Liebe Leser, der Philosoph und Kirchenkritiker Friedrich Nietzsche hat einmal gesagt: „Die Christen müssten mir erlöster aussehen, wenn ich an Ihren Erlöser glauben sollte.“ Gut, er hat von 1844 – 1900 gelebt, das war eine andere Zeit. Aber mal ehrlich, hat sich da etwas geändert? Sehen wir Christen heute erlöst aus? Wirken wir glücklich, zufrieden, dankbar? Oder unterscheiden wir uns nicht von Nichtchristen und stimmen in die allgemeine Unzufriedenheit und Klage ein? Ich glaube, wie wir Christen leben und reden und was für eine Lebenseinstellung wir haben, spielt eine entscheidende Rolle, wie glaubwürdig wir sind. Wir können nicht von dem Erlöser Jesus Christus sprechen, der für uns gestorben ist und uns von Sünde und Tod erlöst hat, aber wir sind genauso bedrückt, ängstlich und unglücklich wie alle anderen, die diesen Glauben nicht haben. Der Spruch für die Woche bringt das sehr gut auf den Punkt:

So spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! (Jesaja 43,1)

Fürchte dich nicht! Diesen Ausspruch kennen die meisten von der Weihnachtsgeschichte. Erst kommt der Engel zu Maria und sagt ihr: „Fürchte dich nicht!“ Und kurze Zeit später schickt Gott Engel auf das Hirtenfeld und sie sagen den Hirten: „Fürchtet euch nicht!“ Und warum sollen sie sich nicht fürchten? Weil Gott den Erlöser auf die Welt geschickt hat. Gott hat uns erlöst. Und wie sich das anfühlt, kann man vielleicht ein wenig nachvollziehen, wenn man Alltagssituationen betrachtet, wo man dieses Wort auch verwendet. Nach einer Prüfung ist man erlöst, wenn man sie endlich nach monatelanger Vorbereitung geschafft hat. Oder wenn man nach schwerer Krankheit endlich wieder gesund ist. Oder man spricht auch von Erlösung, wenn ein alter Mensch nach jahrelanger Leidenszeit endlich sterben kann.

Und da sind wir bei der eigentlichen Erlösung. Gott erlöst uns von der Angst vor dem Tod. Ja, wir Christen brauchen keine Angst vor dem Tod zu haben, weil wir wissen, der Tod ist nicht das Ende. Wir dürfen einmal bei Gott sein in seinem ewigen Reich, wo es keinen Tod und kein Leid und keine Krankheiten und keinen Streit mehr geben wird. Gott macht alles neu. Und um uns das zu sagen, schickt Gott seinen Sohn Jesus Christus auf die Welt. Er verkündigt uns die Erlösung von unserer Schuld, von Angst, von Hass und von Tod. Wenn das kein Grund zur Freude ist, was dann? Wir müssen nur daran glauben, es verinnerlichen und danach leben.

Und genau das will uns der Wochenspruch sagen. Es ist etwas ganz Persönliches, was Gott mir zuspricht. Deshalb geht der Vers auch so persönlich weiter: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.“ Der Glaube ist etwas ganz Persönliches. Es geht um eine Beziehung zwischen Gott und mir. Ich darf zu Gott Vater sagen und er spricht mich ganz persönlich mit meinem Namen an. Ich gehöre ihm. Ich bin sein Kind. Und wenn mir das wirklich bewusst wird, wenn ich das wirklich mit Herz und Verstand begreife, dann kann ich vieles im Leben gelassener sehen. Ich muss nicht mehr bei jedem Trend mit machen, muss nicht auf Krampf nach Anerkennung schreien, muss mein Leben nicht auf Besitz und Gesundheit aufbauen. Nein, denn diese persönliche Beziehung zu meinem himmlischen Vater nimmt mir die Angst vor dem Verlorensein. Gott hat mich erlöst. Dafür bin ich unendlich dankbar. Und deshalb ruft Gott heute mir und jedem Einzelnen von euch zu:

Fürchte dich nicht!

Fürchte dich nicht (T+M: Phil Pringle)