07.02. Tom Ludwig

Um Gottes Willen!

Liebe WhatsApp-Gemeinde, wir alle kennen diesen Ausspruch. Es verwenden ihn nicht nur Christen, sondern auch Menschen, die eigentlich mit Gott nicht viel zu tun haben. Es ist ein Aufschrei, wenn wir uns über etwas aufregen oder bestürzt sind, es nicht fassen können, dass so etwas passiert, dann könnten wir sagen: „Um Gottes Willen!“ Das darf nicht passieren bzw. das hätte nicht passieren dürfen. Aber die eigentliche Frage, die sich bei diesem Ausspruch stellt, ist: Was ist denn der Wille Gottes? Scheinbar wissen viele Menschen, egal ob sie nun an Gott glauben oder nicht, was der Wille Gottes nicht ist. Und wissen sie auch, was der Wille Gottes ist?

Wir Christen reden ja sehr viel vom Willen Gottes. Natürlich wollen wir ihn erkennen und danach leben. Wir wollen im Willen Gottes sein und Gottes Wille soll geschehen, so beten wir es im Vaterunser. Aber ich frage mich oft, ob wir eigentlich den Willen Gottes kennen. Denn wir können ja nur annähernd danach leben, wenn wir wissen, was Gott von uns will. Das ist die Grundvoraussetzung. Ob wir ihn dann tun, ist noch mal eine andere Frage. Das liegt dann auch an unserem Willen und an der Kraft und der Fähigkeit, es zu schaffen.

Woher kennen wir also den Willen Gottes? Ich denke, da gibt es mehrere Möglichkeiten, ihn herauszufinden:

  1. Die Bibel

Natürlich ist für uns Christen die Bibel die Grundlage für unseren Glauben. Dort erfahren wir sehr viel über den Willen Gottes. Das Problem daran ist aber, dass man die Bibel unterschiedlich auslegen kann und es deshalb auch unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, was Gott will. Die Bibel wurde in einer anderen Zeit in einer anderen Kultur zu bestimmten Menschen in bestimmten Situationen geschrieben und deshalb können wir nicht alles, was dort steht, einfach so eins zu eins auf uns heute übertragen. Da könnte man viele Beispiele nennen. Nicht alles gilt uneingeschränkt für uns. Es kann sein, dass Worte der Bibel nur für eine bestimmte Person galten oder nur für eine bestimmte Zeit. Die Kunst ist es, herauszufinden, was für uns heute gilt in unserer Zeit und in unserer Situation. Und deshalb kann die Bibel nicht die einzige Möglichkeit sein, den Willen Gottes zu erfahren.

2. Das Gebet

Wir brauchen das persönliche Gespräch mit Gott, den persönlichen Kontakt, seine Nähe, seine Gegenwart. Der Glaube ist etwas Lebendiges, nämlich die persönliche Beziehung zu Gott. Und wenn wir diese immer wieder suchen, dann werden wir mit Gott verbunden sein und er wird uns beeinflussen und prägen. Und je mehr wir mit Gott in Verbindung sind, desto mehr werden wir auch wissen, was sein Wille ist.

3. Der Heilige Geist

Ich weiß, dass viele Christen mit dem Heiligen Geist nicht so viel anfangen können. Was ist das eigentlich und wofür ist er da? Ich glaube, der Heilige Geist ist die Kraft Gottes, die er uns gibt, damit er in uns wohnen kann. Und wenn Gottes Geist in uns wohnt, dann wird er uns von innen heraus prägen. Wenn Gott in unserem Herzen ist mit seiner Liebe und mit seiner Kraft, dann können wir auch auf unser Herz hören. Es wird uns dann sagen, was der Wille Gottes ist. Und der Heilige Geist wird uns auch helfen, die Bibel richtig zu verstehen und sie in unsere Zeit auf unsere Situation zu übersetzen und anzuwenden. Der Heilige Geist will uns beeinflussen und verändern und uns zeigen, was der Wille Gottes ist. Paulus bringt das auf den Punkt, wenn er schreibt:

Der Geist Gottes bringt in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe, Freude und Frieden; Geduld, Freundlichkeit und Güte; Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung. (Galater 5,22-23)

Das ist der Wille Gottes kurz zusammengefasst. Richten wir uns nach ihm aus. Lesen wir die Bibel und versuchen sie immer besser zu verstehen und danach zu leben. Bleiben wir mit Gott im Gespräch und suchen seine Nähe, damit er uns durch seinen Heiligen Geist prägen und verändern kann. Denn nur so können wir den Willen Gottes erfahren und danach leben. Gott helfe uns dabei.

Herr, halte mich nah bei dir jeden Tag (T. + M.: M. Holiday)