05.07. Tom Ludwig

Die Liebe erträgt alles.

Liebe Leser, heute möchte ich ein paar Gedanken zu einem meiner Lieblingsverse aus der Bibel schreiben: Die Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles und hält allem stand. (1. Korinther 13,7)

Auf den ersten Blick klingt dieser Satz vielleicht so, als ob man sich in der Liebe alles erlauben darf. Egal ob ich fremd gehe, meinen Partner schlage, rücksichtslos oder gleichgültig ihm gegenüber bin. Ich darf alles machen, weil die Liebe ja alles ertragen muss. Aber das ist falsch und hier nicht damit gemeint. Es heißt ja nicht: Die Frau bzw. der Mann erträgt alles, glaubt alles, hofft alles und hält allem stand. Sondern es heißt: Die Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles und hält allem stand. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Folgende Gedanken sind mit dazu sehr wichtig:

1. Gott ist die Liebe (1.Johannes 4,16)

Die absolut perfekte und größte und bedingungslose Liebe ist nur Gott. Er erträgt alles, glaubt alles, hofft alles und hält allem stand. Gott gibt niemals jemanden auf. Er glaubt immer an das Gute im Menschen, weil er der Einzige ist, der uns ins Herz sehen kann. Und deshalb darf man diesen Vers niemals unabhängig von der Liebe Gottes verstehen, denn dann wird es eine Überforderung. Wer diese Aussagen nur menschlich betrachtet und sie von sich selbst oder von seinem Partner verlangt, der wird immer enttäuscht werden. Menschen können immer nur begrenzt lieben. Nur Gottes Liebe ist grenzenlos. Das sollten wir immer bedenken, aber trotzdem kann natürlich auch die Liebe zwischen zwei Menschen sehr stark sein. Deshalb mein zweiter Gedanke:

2. Es gibt einen Unterschied zwischen „Verliebt sein“ und „Lieben“

Ein kluger Mensch hat einmal gesagt: „Sage nicht: Ich liebe dich, wenn du mich willst. Sage nicht: Ich liebe dich, wenn du mich hast. Sage erst: Ich liebe dich, wenn du mich kennst.“ Wahrscheinlich ist das ein wichtiger Grund, warum so viele Beziehung nicht halten. Viele scheinen das Verliebtsein mit der Liebe zu verwechseln. Liebe darf eben nicht nur auf Gefühle aufbauen, sondern auch auf Vernunft, Willen, Einstellung und Vergebung. Liebe ist mehr, sie ist tiefgründiger, nachhaltiger, dauerhafter. Aber dazu müssen wir der Liebe Raum und Zeit lassen, sich zu entfalten. Und was ich auch noch für sehr wichtig halte:

3. Die Liebe zwischen zwei Menschen sollte in der Liebe Gottes verwurzelt sein.

Wie ich unter Punkt eins schon geschrieben habe, ist nur die Liebe Gottes unendlich und bedingungslos. Und wenn wir in dieser Liebe leben, dann haben wir einen Anteil an dieser unbegrenzten Liebe. Und das wird Auswirkungen haben auf die Liebe zu anderen Menschen, natürlich auch zu unseren Kindern, Eltern, Freunden, Nachbarn, Arbeitskollegen usw. aber auch und besonders auf die Liebe zu unserem Partner. Wenn wir versuchen, mit Gottes Hilfe unseren Partner so zu lieben, wie Gott uns liebt, dann können wir schon hier in diesem Leben ein kleines Stück Reich Gottes erfahren. Ich wünsche es mir in meiner Ehe und ich wünsche es euch allen von ganzem Herzen.

Will bei dir zur Schule gehn (T+M: Melody Green, Deutsch: Christoph Zehendner)