04.04. Tom Ludwig

https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_82963604/unicef-kinder-in-kriegsgebieten-werden-zur-zielscheibe.html

Haben wir noch Mitleid?

Liebe WhatsApp-Gemeinde, was löst dieses Bild „Kind im Krieg“ bei euch aus? Mitleid? Trauer? Wut? Angst? Gleichgültigkeit? Wollt ihr solche Bilder am liebsten gleich wegdrücken, damit ihr euch gar nicht erst damit beschäftigen müsst? Oder wollt ihr solche Bilder nicht mehr sehen, weil es euch zu sehr belastet? Wie gehen wir eigentlich mit Leid um, das uns in dieser Welt begegnet? Wie berühren uns Krieg, Hunger, Krankheit, Katastrophen usw., die tagtäglich vor unserer Haustür geschehen? Empfinden wir noch Mitleid oder lässt es uns kalt oder versuchen wir es zu verdrängen?

Natürlich müssen wir uns schützen, wir können nicht mit jedem einzelnen Menschen auf dieser Welt, der Leid erfährt, mitleiden, das würde uns kaputt machen. Wir können nicht alles an uns heranlassen, aber wir können uns auch nicht vor allem Leid verschließen. Wir brauchen ein gesundes Mitgefühl: Mitleid für unsere Mitmenschen, damit wir aufgerüttelt werden, etwas dagegen zu tun und Menschen, die leiden müssen, zu helfen und für sie zu beten. In Sprüche 22,9 heißt es:

Wer Mitleid zeigt und den Armen hilft, der empfängt reichen Segen.

Gott will, dass wir Mitleid haben und den Menschen, die leiden, helfen, wo es uns möglich ist. Mitleid ist der Motor der Nächstenliebe. Wer kein Mitleid mehr hat, wer nicht mitfühlt, wen das Leid der anderen kalt lässt, der wird auch nichts dagegen tun.

https://www.katholisch.de/artikel/16869-auf-den-spuren-des-heiligen-kreuzes

Wie abgestumpft wir gegenüber Leid schon geworden sind, sehen wir auch an dem Leiden Jesu. Wie oft haben wir den Gekreuzigten schon gesehen, wie er geschunden und sterbend am Kreuz hängt und qualvoll leidet. Wie oft haben wir die Leidensgeschichte Jesu schon gehört oder selbst gelesen? Doch wir haben uns daran gewöhnt und es lässt uns meistens kalt. Oder was empfinden wir, wenn wir Jesus am Kreuz hängen sehen? Empfinden wir Mitleid? Dankbarkeit? Wut? Unverständnis? Oder empfinden wir einfach nichts mehr, weil es für uns selbstverständlich geworden ist, dass Jesus für uns gelitten hat?

Wir wollen in den nächsten Tagen darüber nachdenken, wie Menschen mit dem Leiden Jesu umgegangen sind. Dazu haben wir eine Themenreihe in unseren WhatsApp-Andachten, die Menschen beleuchtet, die Jesus auf seinem Leidensweg von seiner Gefangennahme bis zu seinem Tod am Kreuz begegnet sind. Wie gehen diese Menschen damit um, Jesus leiden zu sehen? Sind sie verantwortlich für sein Leiden oder freuen sie sich daran oder gehen sie gleichgültig damit um oder leiden sie mit ihm oder helfen sie ihm, sein Leid zu lindern? Und welche Rolle spielen wir in dieser Geschichte? Wie begegnen wir dem leidenden Jesus? Und vor allem: Welche Konsequenzen hat das für uns im Umgang mit Jesus Christus, also für unseren Glauben, und im Umgang mit unserem Mitmenschen, also für die praktische Nächstenliebe? Ich wünsche uns für die nächsten Tag viele wichtige Erkenntnisse und praktische Konsequenzen für unser Leben. Gott helfe uns dabei.

Text: Günter Hildebrandt, Melodie: Peter Janssens