25.10. Tom Ludwig

Den Teufel an die Wand malen

Liebe Leser, kennt ihr diesen Ausspruch? Wann sagen wir das? Wenn jemand pessimistisch an eine Sache herangeht oder eine böse Vorahnung äußert oder man negativ in die Zukunft blickt, dann könnte man sagen: „Male nicht den Teufel an die Wand!“ Der Teufel steht immer in Verbindung mit Bösem, Negativen, Schlechtem. Viele sehen ihn als den Gegenspieler Gottes. Bekannt ist ja auch die Vorstellung von dem Engelchen und dem Teufelchen, die jedem Menschen auf der Schulter sitzen und uns versuchen zu beeinflussen. Das Engelchen will uns überreden, Gutes zu tun und das Teufelchen will uns zum Bösen verführen. Martin Luther soll sehr unter dem Einfluss des Teufels gelitten haben. Er hat viele Kämpfe ausgetragen. Einmal soll er sogar ein Tintenfass nach ihm geworfen haben.

Glaubt ihr an den Teufel? Gibt es den Teufel wirklich oder ist das nur eine Erfindung, um das Böse in der Welt zu erklären? Wir Menschen können damit ja sehr gut unsere eigene Verantwortung abgeben. Ich kann gar nichts dafür, der Teufel hat mich dazu verführt. Und genau das passiert schon in der allerersten Menschheits-Geschichte der Bibel, dem Sündenfall (1.Mose 3). Dort tritt der Teufel in Gestalt einer Schlange auf, die Eva verführt, von der verbotenen Frucht zu essen. Und als Gott sie dann zur Rede stellt, passiert genau das, was ich vorhin gemeint habe. Die Menschen wollen ihre Verantwortung für die Sünde an die Schlange abgeben. Doch Gott lässt sich darauf nicht ein, Adam und Eva müssen selbst die Folgen ihrer Sünde tragen.

Wenn wir in die Bibel sehen, dann begegnet uns der Teufel an vielen Stellen. Aber wer ist dieser Teufel oder Satan, wie er auch genannt wird, und welche Macht hat er? Ich möchte ein paar Bibelstellen zitieren, um uns die Rolle des Teufels in der Bibel deutlich zu machen:

1. Du warst der Inbegriff der Vollkommenheit, voll Weisheit und vollendeter Schönheit. Du lebtest in Eden, dem Garten Gottes, und trugst Edelsteine jeder Art. Ich schmückte dich mit ihnen an dem Tag, als ich dich schuf. Auf meinem heiligen Berg ließ ich dich wohnen. Du warst ein Kerub mit ausgebreiteten Flügeln, und zwischen feurigen Steinen gingst du umher. Als ich dich schuf, warst du untadelig und vollkommen, doch dann fingst du an, Unrecht zu tun. Dein Handel blühte, und der Erfolg verführte dich zu üblen Machenschaften und Gewalttaten. Darum vertrieb ich dich von meinem Berg, und ich stieß dich, du Kerub von den feurigen Steinen fort in den Untergang. Deine Schönheit ist dir zu Kopf gestiegen, deine prachtvolle Erscheinung ließ dich handeln wie ein Narr. Darum habe ich dich zu Boden geworfen, ich habe dich erniedrigt vor den Augen anderer Könige; voller Verachtung blicken sie nun auf dich herab. (Hesekiel 28,12-17)

Was hier als Klagelied über den König von Tyrus beschrieben wird, ist ein Hinweis auf die Vorstellung, dass der Satan ein mächtiger Engelfürst war, der aber durch seinen Hochmut von Gott in die Dunkelheit verbannt wurde. Und seitdem kämpft er gegen Gott und versucht die Menschen gegen ihn aufzuhetzen.

2. Eines Tages versammelten sich die Gottessöhne im Himmel und traten vor den Herrn, unter ihnen auch der Satan. (Hiob 1,6)

Bei Hiob wird der Satan zu den Gottessöhnen gerechnet. Auch das wäre wieder ein Hinweis darauf, dass er ein Geschöpf Gottes ist, einer der Engelfürsten, die Gott unterstellt sind. Und im weiteren Verlauf der Geschichte wird das auch deutlich. Satan will Hiob Leid zufügen, um Gott davon zu überzeugen, dass er dadurch seinen Glauben verlieren wird. Gott lässt sich auf diese Wette ein. Aber es zeigt ganz klar, dass der Satan die Erlaubnis Gottes braucht. Ohne Gottes Zustimmung kann er nichts ausrichten.

3. Danach wurde Jesus vom Geist Gottes in die Wüste geführt, wo er den Versuchungen des Teufels ausgesetzt sein sollte. (Matthäus 4,1)

Auch Jesus macht Erfahrungen mit dem Teufel. Satan will ihn von seinem Weg abbringen und ihn daran hintern, Sünde und Tod ein für alle Mal zu besiegen. Doch Jesus widersteht dem Teufel und unterscheidet sich auch dadurch grundlegend von Adam. Jesus geht seinen Weg und leitet damit den endgültigen Sieg über den Teufel ein.

4. Wer sich aber gegen Gott auflehnt, gehört dem Teufel. Denn der Teufel hat sich von Anfang an gegen Gott aufgelehnt. Doch der Sohn Gottes ist gerade deswegen in die Welt gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören. (1. Johannes 3,8)

Natürlich gibt es noch viel mehr Bibelstellen über den Teufel, aber diese vier sollen hier genügen, denn sie machen sehr gut deutlich, wer der Teufel ist und vor allem, was es mit unserem Leben zu tun hat. Für mich ergeben sich daraus folgende Konsequenzen, wie ich mit diesem Thema umgehe:

A) Der Teufel ist Gott unterstellt. Er ist kein „böser Gott“, der gegen den guten Gott kämpft und wo der Sieger noch nicht feststeht. Nein, Gott steht über allem, auch über dem Teufel. Darauf vertraue ich.

B) Der Teufel ist ein Geschöpf Gottes, also ist er nicht allmächtig und allgegenwärtig wie Gott. Der Teufel kann nur zu einer Zeit an einem Ort sein, nicht zu gleicher Zeit an allen Orten, so wie es Gott kann. Deshalb dürfen wir nicht gleich den Teufel an die Wand malen, wenn irgendwo etwas Böses geschieht und es auf den Teufel schieben. Nein, in den meisten Fällen sind wir Menschen dafür selbst verantwortlich und müssen deshalb auch selbst die Verantwortung tragen.

C) Jesus Christus hat die Werke des Teufels zerstört und deshalb brauchen wir keine Angst vor dem Teufel zu haben. Wer zu Jesus gehört, wer an ihn glaubt und mit ihm lebt, der ist auf der Seite des Siegers. Natürlich tun wir immer wieder auch falsche und böse Dinge, weil wir noch nicht vollkommen sind. Aber der Teufel hat keine Macht mehr über uns, weil wir zu Jesus gehören. Seine Liebe und seine Vergebung machen uns frei von Sünde, Teufel und Tod. Daran glaube ich. Ich wünsche uns allen, dass wir in dieser Freiheit leben können. Gott helfe uns dabei.

Zünde an dein Feuer (T: B. Schmidt-Eller, M: aus Israel)