14.06. Tom Ludwig

Ich liebe dich.

Liebe Leser, nach 50 Jahren Ehe fasst sich die Frau endlich ein Herz und fragt ihren Mann: „Schatz, liebst du mich eigentlich noch? Du hast mir das 50 Jahre lang nicht gesagt.“ Darauf der Mann: „Ich hab dir zu unserer Hochzeit gesagt: Ich liebe dich und wenn sich das ändert, sag ich bescheid. Es hat sich nicht geändert.“

Ich weiß nicht, ob das wirklich passiert ist, aber vorstellen kann ich es mir. Manche sind wirklich sehr sparsam mit ihren Liebesbekundungen. Aber mal ehrlich, würdet ihr euch so geliebt fühlen? Ich mich nicht. Es reicht nicht, wenn man nur geliebt wird, sondern man muss es auch gezeigt bekommen. Wie zeigt ihr eure Liebe? Und zeigt ihr sie so, dass der andere es auch versteht? Es passiert nicht selten, dass zwei Menschen sich zwar lieben und es einander auch zeigen, aber es kommt beim anderen nicht an, weil sie verschiedene Sprachen sprechen.

Gary Chapman hat ein sehr hilfreiches Buch geschrieben, wo er 5 Sprachen der Liebe beschreibt. Ich glaube, dass diese Gedanken uns helfen können, einander unsere Liebe so zu zeigen, dass der andere sie auch versteht und sich wirklich geliebt fühlt. Und das sind die 5 Sprachen der Liebe:

  1. Anerkennung

Wer diese Sprache beherrscht, dem fällt es leicht, Menschen mit Komplimenten zu überhäufen, sie zu loben oder ihnen einfach nur zu sagen: Ich bin stolz auf dich! Dafür bedarf es meist keines besonderen Anlasses, vielmehr tut es Anerkennungs-Anhängern einfach gut, ihr Gegenüber wissen zu lassen, was für ein wunderbarer und besonderer Mensch es ist. Im Gegenzug ist ihnen die eigene Wertschätzung ebenso wichtig, und sie fühlen sich schnell zurückgesetzt, wenn Tage verstreichen, ohne dass dem Partner ein lobendes Wort über die Lippen kommt.

  1. Zweisamkeit

Zeit mit dem Liebsten zu verbringen, steht für diese Menschen an höchster Stelle. Dabei geht es nicht darum, eine actionreiche Unternehmung nach der anderen zu erleben, sondern um Momente, die man ganz bewusst und intensiv miteinander erlebt – ein schönes Abendessen, ein gutes Gespräch, ein ungestörtes Wochenende. Menschen, die diese Liebessprache vorrangig sprechen, schenken dem anderen uneingeschränkte Aufmerksamkeit, erwarten dies aber auch von ihrem Partner.

  1. Geschenke

Wer Freude daran hat, den anderen zu überraschen, sich für ihn verrückte oder ausgefallene Geschenke auszudenken – wer die Fähigkeit besitzt, zu bemerken, was sich der Partner wünscht, nur um dessen leuchtende Augen zu sehen – der ist Anhänger der Geschenke-Sprache. Verständlicherweise neigen diese Menschen schnell dazu, enttäuscht zu sein, wenn der Partner beispielsweise nach einer langen Reise das erhoffte Mitbringsel vergisst.

  1. Hilfsbereitschaft

Nicht lang quatschen, einfach machen – so lautet das Motto dieser Sprachkategorie. Sie erkennen sofort, wo Ihre Hilfe benötigt wird, bringen unaufgefordert den Müll raus, machen ohne Murren den Abwasch, helfen bei der Steuererklärung oder bauen Regale auf. Dem anderen Arbeit abnehmen oder ihn zu unterstützen ist Ihre Art, Liebe zu zeigen. Erkennt der Partner das nicht an oder übersieht er gar die ihm entgegengebrachte Hilfsbereitschaft, fühlen Sie sich nicht wertgeschätzt und reagieren schnell mit emotionalem Rückzug.

  1. Zärtlichkeit

Für diese Menschen sind Streicheleinheiten, lange Umarmungen oder leidenschaftliche Küsse das A und O in der Liebe. Für eine glückliche Beziehung brauchen zärtliche Menschen regelmäßig intensiven körperlichen Kontakt. Dabei ist weniger wichtig, ständig gesagt zu bekommen, wie sexy und begehrenswert man ist – eine heiße Liebesnacht ist vielmehr Beweis genug. Aber auch einfach nur spontanes Händchen halten in der Öffentlichkeit tut jenen Menschen, die den Fokus auf Zärtlichkeit haben, gut. Generell gilt: Taten zählen hier mehr als Worte!

Habt ihr euch wiedererkannt? Welche Sprachen der Liebe sprecht ihr und welche euer Partner? Natürlich ist es für die Paare leichter, einander ihre Liebe zu zeigen, die die gleiche Sprache sprechen. Aber es geht auch mit unterschiedlichen Sprachen, man muss sie nur erkennen und lernen und anwenden. Viel Erfolg dabei!

Diese 5 Sprachen der Liebe gelten aber nicht nur in der Partnerschaft, sondern auch bei Eltern und Kindern, bei Freundschaften oder bei der Nächstenliebe. Und sie gelten auch bei der Liebe zu Gott (bzw. Jesus). Vielleicht habt ihr euch schon öfter gefragt, wie ihr Gott eure Liebe ausdrücken könnt und vielleicht ist das noch nie so richtig gelungen. Findet heraus, was eure Sprache der Liebe ist und dann versucht so Gott eure Liebe zu zeigen.

Interessanterweise gibt es in der Bibel auch für alle 5 Sprachen Beispiele:

  1. Anerkennung – Die Frau am Brunnen (Joh 4)
  2. Zweisamkeit – Zachäus (Lk 19)
  3. Geschenke – Die Salbung in Betanien (Joh 12)
  4. Hilfsbereitschaft – Petrus auf dem Berg der Verklärung (Lk 9,28-36)
  5. Zärtlichkeit – Thomas (Joh 20,24-30)

Gott will uns mit der Sprache, die wir sprechen, seine Liebe zeigen und wir dürfen das auch tun. So fühlen wir uns am meisten geliebt und können auch am besten unsere Liebe ausdrücken. Und Liebe macht unser Leben erst wirklich lebenswert.

Vater, ich komme jetzt zu dir (T+M: Daniel Jacobi)