01.11. Tom Ludwig

Höre auf dein Herz

Liebe Leser, vor einigen Jahren hatte ich Herzprobleme und ich musste sogar in die Klinik deshalb. Mein Herz wurde gründlich untersucht, erst EKG und weil das nichts ergab, wurde sogar eine Herzkatheter-Untersuchung gemacht. Der zuständige Arzt meinte: Dafür sind Sie eigentlich noch zu jung. Alle Untersuchungen ergaben nichts, mein Herz war organisch gesund. Es musste also andere Ursachen haben. Ich erzählte meiner Hausärztin von meinen Problemen und sie sagte zu mir: Hören Sie auf ihr Herz! Das habe ich getan und meinem Herzen geht es wieder gut.

Aber mal ehrlich, ist es richtig, auf sein Herz zu hören? Kann das nicht nach hinten losgehen? Sollte man nicht lieber auf seinen Verstand hören? Oder müssten wir Christen nicht eher auf Gott hören? Schließen sich diese Dinge gegenseitig aus, auf Gott hören oder auf sein Herz? Ich glaube, es kommt drauf an, wie mein Herz geprägt ist, wonach es ausgerichtet ist, was oder besser gesagt wer in meinem Herzen ist. Gott will mein Herz gestalten, prägen, beeinflussen. Er will in meinem Herzen wohnen. Und wenn Gott mein Herz prägt, dann kann ich natürlich auch auf mein Herz hören.

Der Monatsspruch für November lautet: „Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus.“ (2.Thess 3,5)

Wenn wir Gott darum bitten, dass er unser Herz auf das Richtige ausrichtet, nämlich auf seine Liebe und darauf, dass wir auf Jesus warten, dann wird unser Herz ein sehr guter Ratgeber sein. Auf Jesus warten heißt für mich nicht unbedingt nur für seine Wiederkunft bereit zu sein, sondern es heißt für mich auch, darauf zu warten und zu vertrauen, dass er sich darum kümmert, dass er eingreift und mir hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Ein sehr wichtiger Bibelvers, den Gott mir zu der Zeit gegeben hat, als es mir so schlecht ging, war: „Warte still und geduldig darauf, dass der Herr eingreift.“ (Psalm 37,7)

Das war nicht leicht, denn oft wollte ich es selbst in die Hand nehmen und selbst etwas tun. Aber es gibt Situationen im Leben, da geht das nicht. Da können wir selbst nichts tun, sondern können nur auf Gott vertrauen und warten. Gott hat eingegriffen und hat mir geholfen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Ich kann nicht sagen, dass es immer richtig ist, auf sein Herz zu hören. Nein es kann uns auch in die Irre führen. Aber wenn wir unser Herz auf Gott ausrichten und ihm vertrauen, dass er uns hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen, dann werden wir immer wieder erleben, dass unser Herz uns gut durchs Leben führt. Ich wünsche es uns allen von Herzen.

Herr, ich komme zu dir (T + M: Albert Frey)